Die osteopathische Behandlung

Osteo

Die Osteopathie schaut den ganzen Menschen an, nicht nur ein einzelnes Körperteil. Denn in unserem Körper ist alles mit allem verbunden. Die Osteopathie will dem Körper helfen, sich selbst zu helfen.  

Wenn es an einer Stelle hakt, kann das auch andere Stellen in Mitleidenschaft ziehen. Denn der  Körper ist schlau und versucht, die Schwachstelle zu kompensieren. So aber können sich ganze Spannungsketten aufbauen. Ohne dass Beschwerden auftreten.

Bleibt die Schwachstelle aber unerkannt und unbehandelt oder kommen gar noch weitere Schwachstellen dazu, ist der Organismus irgendwann überfordert. Er kann nicht mehr ausgleichen. Das ist der Moment, in dem der Schmerz kommt oder die Bewegungseinschränkung - nicht unbedingt an der ursprünglichen Schwachstelle.  

Stellen Sie sich vor, plötzlich versagen die Bremsen an Ihrem Fahrrad und Sie stürzen. Nach dem Unfall stellen Sie fest, dass Sie mit angezogener Handbremse gefahren sind, jahrelang - ohne es zu merken. Irgendwann war das Kabel durch.
Eine Reiterin kam zu uns wegen gravierender Hüftprobleme. Schuld war ursächlich ein unbehandeltes Kieferproblem. Mit der Gesundung des Kiefers gesundeten auch die Hüften.

Der Osteopath guckt ganz genau, nicht nur auf das einzelne Symptom, die isolierte Beschwerde. Er schaut den ganzen Menschen an, um die eigentliche Ursache zu finden; das, womit alles angefangen hat.
Manchmal muss man weit zurückschauen. Eine osteopathische Behandlung beginnt darum mit einer ausführlichen Anamnese: Was gibt es jetzt und was gab es früher für Beschwerden? 

Dann erfolgt die Untersuchung: Der Osteopath ertastet mit seinen Händen den Körper des Patienten. Schicht für Schicht erspürt er das Gewebe. Wo ist zu viel, wo zu wenig Spannung? Wo ist das Gewebe aktiv, wo nicht? Wo ist es beweglich wo nicht? Wo können Flüssigkeiten nicht richtig transportiert werden? Der Osteopath erkennt Dysfunktionen und Dysbalancen.

Er erfasst die drei großen Systeme des Körpers: Parietales System (Knochen, Muskeln, Bänder, Gelenke), Viszerales System (Herz, Lunge, Bauch und Beckenorgane), Craniosakrales System (Schädel, Hirn und Rückenmarkshäute, Nervensystem) in ihren Wechselwirkungen. 

Durch spezielle, meist sehr sanfte Techniken kann der Osteopath die Fixierungen und Spannungen lösen, Gewebe wieder beweglich machen, Flüssigkeiten wieder fließen lassen. Er führt den Organismus zurück ins Gleichgewicht; hilft dem Körper, sich selbst zu helfen. 

Osteopathie ist drei in eins: Diagnose, Behandlung und Prävention: Denn der Therapeut erkennt mit seinen Händen Spannungsveränderungen, noch bevor Symptome auftreten. Er hilft so, Gesundheit zu erhalten.

Eine Behandlung dauert etwa 50 Minuten. Die nächste Behandlung erfolgt in der Regel 1-3 Wochen später, damit der Körper in der Zwischenzeit die Möglichkeit hat, auf die Behandlung zu reagieren, seine Selbstheilungskräfte zu entfalten sowie Haltungs- und Bewegungsmuster zu verändern.

Fast jeder Sportler, egal wie alt und in welcher Leistungsklasse, landet früher oder später wegen Überlastungen oder Verletzungen oder weil er sich davor schützen möchte, beim Physiotherapeuten. Im Sport aber, da wo menschliche Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen stößt, kann „Standardwissen“ oft nicht weiter helfen. Sportosteopathie setzt genau hier an – und verbindet medizinisches Wissen mit dem Blick aufs Ganze: Der Körper ist eine Einheit, die sich selbst regulieren will und kann. Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig.  Die Osteopathie will nicht die Krankheit finden, sondern die Gesundheit.  

Grenzen der Osteopathie: Akute Infektionen, Entzündungen von Organen sowie Tumorerkrankungen oder auch Unfallverletzungen sollten primär schulmedizinisch behandelt werden. In Einzelfällen kann eine begleitende osteopathische Behandlung sinnvoll sein.

Die Osteopathie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet.